Düsseldorf/Münster, 4. April 2025

Nach dem Beschluss eines milliardenschweren Finanzpakets auf Bundesebene hat sich die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft deutlich und über fast alle Branchen hinweg aufgehellt. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen befragt werden. Trotz des jüngsten Anstiegs bleibt der Konjunkturindikator aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
 
In Zahlenwerten verbesserte sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im März um 2,4 Saldenpunkte auf -12,5 Punkte. Das Plus ging vor allem auf weniger skeptische Geschäftserwartungen der Unternehmen zurück, die um 3,7 auf ‑14,1 Saldenpunkte zulegten. Es war bereits der dritte Anstieg der Geschäftserwartungen in Folge. Auch ihre aktuelle Geschäftslage beurteilten die befragten Unternehmen im März besser als im Vormonat. Der entsprechende Umfragewert stieg um 1,2 auf -11,0 Punkte. Die jüngsten Zollankündigungen von US-Präsident Trump spiegeln sich in den Umfragewerten noch nicht wider. 
 
„Die aktuellen Umfragewerte zeigen, dass die nordrhein-westfälische Wirtschaft zunehmend Hoffnung schöpft, dass die Konjunktur bald wieder anspringt“, sagt Eckhard Forst, Vorsitzender des Vorstands der NRW.BANK. „Ein wichtiger Faktor für den aufkeimenden Optimismus ist das jüngst beschlossene Finanzpaket des Bundes, das umfangreiche staatliche Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung ermöglichen kann.“
 
Handel: Deutlich bessere Geschäftserwartungen
Im Handel hellte sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im März am stärksten auf, um 6,5 auf -25,6 Punkte. Besonders stark legten die Geschäftserwartungen der Handelsunternehmen zu. Aber auch ihre laufenden Geschäfte bewerteten die Unternehmen etwas besser.
 
Industrie: Viertes Stimmungsplus in Folge
Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima im März ebenfalls und kletterte von ‑23,4 auf -21,9. Es war der vierte Anstieg in Folge. Die Industrieunternehmen blickten etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilten sie hingegen unverändert negativ. Die einzelnen Industriebranchen entwickelten sich zudem unterschiedlich. Während die Branche Metallerzeugung und -bearbeitung sowie die Hersteller von Metallerzeugnissen ein Plus verbuchten, trübte sich die Stimmung in der chemischen Industrie sowie im Maschinenbau ein.
 
Bauhauptgewerbe: Zufriedener mit laufenden Geschäften
Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima ebenfalls aufgehellt, um einen Saldenpunkt auf -25,8. Die Bauunternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage merklich positiver. Jedoch nahm die Skepsis bei den Geschäftserwartungen etwas zu. Nach wie vor bleibt der Mangel an Aufträgen die größte Herausforderung für die Bauwirtschaft. Im Tiefbau fiel das jüngste Stimmungsplus am stärksten aus. Die Branche dürfte am meisten von dem Sondervermögen Infrastruktur des Finanzpakets profitieren.
 
Dienstleistungen: Negativer Beschäftigungsausblick
Im Dienstleistungssektor veränderte sich das Geschäftsklima kaum und sank marginal um 0,2 auf -6,4 Punkte. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage zwar etwas schlechter. Gleichzeitig hellten sich ihre Erwartungen an die kommenden Monate jedoch spürbar auf. Gleichwohl plant eine Mehrzahl der befragten Dienstleistungsunternehmen, in den nächsten drei Monate ihre Beschäftigtenzahl zu reduzieren. Zuletzt waren die Beschäftigungserwartungen in der Branche vor über vier Jahren negativ.

Die Grafik zeigt die langfristige Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas.
NRW-Wirtschaft hofft auf staatlichen Konjunkturimpuls
  1. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima März 2025

    Nach dem Beschluss eines milliardenschweren Finanzpakets auf Bundesebene hat sich die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft deutlich und über fast alle Branchen hinweg aufgehellt. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen befragt werden. Trotz des jüngsten Anstiegs bleibt der Konjunkturindikator aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

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Hintergrund

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

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Caroline Fischer

  • Pressesprecherin
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